Nur zu Bildungszwecken; stellt keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Anlagen können zu Verlusten führen.
Direkte Antwort
Das Schulden-zu-Eigenkapital-Verhältnis vergleicht die Schulden eines Unternehmens mit dem Eigenkapital:
Debt-to-equity = total debt ÷ shareholders' equity
Es hilft zu zeigen, wie stark die Kapitalstruktur des Unternehmens auf Fremdkapital im Vergleich zu Eigenkapital beruht. Eine höhere Quote bedeutet normalerweise eine höhere finanzielle Hebelwirkung, aber „hoch“ oder „niedrig“ hängt stark von der Branche, der Vermögensbasis, der Cashflow-Stabilität und den Schuldenbedingungen ab.
Wie es funktioniert
Schulden können die Rendite steigern, wenn der Cashflow des Unternehmens hoch ist und die Kreditkosten überschaubar sind. Sie können auch Verluste verstärken, wenn die Einnahmen sinken, die Zinsen steigen oder die Refinanzierung schwierig wird.
Der Nenner zählt. Das Eigenkapital der Aktionäre kann aufgrund von Verlusten, Rückkäufen, Abschreibungen oder Rechnungslegungsvorschriften schrumpfen, sodass das D/E hoch erscheint, selbst wenn sich die Verschuldung nicht wesentlich verändert hat. Ein negatives Eigenkapital kann die Quote unbrauchbar machen.
Anleger sollten betriebliche Verbindlichkeiten von verzinslichen Schulden trennen und die Hebelwirkung mit der Zinsdeckung, dem freien Cashflow, dem Fälligkeitsplan und dem Zugang zu Krediten vergleichen.
Beispiel
Unternehmen A hat Schulden in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar und Eigenkapital in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar:
US$5b ÷ US$10b = 0.5x
Unternehmen B hat Schulden in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar und Eigenkapital in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar:
US$5b ÷ US$2.5b = 2.0x
Unternehmen B ist nach dieser Kennzahl stärker verschuldet. Wenn Unternehmen B jedoch ein regulierter Energieversorger mit stabilem Cashflow und langfristigen festverzinslichen Schulden ist, ist es möglicherweise weniger riskant als ein zyklisches Unternehmen mit niedrigerem D/E, aber kurzfristigen variabel verzinslichen Schulden.
Risiken
- Unterschiede zwischen Branchen: Banken, Versorgungsunternehmen, Einzelhändler und Softwareunternehmen haben unterschiedliche typische Kapitalstrukturen.
- Buchwertverzerrung: Das Eigenkapital kann durch Rückkäufe, Wertminderungen des Firmenwerts oder kumulierte Verluste beeinträchtigt werden.
- Fälligkeitsrisiko: Ein niedriges D/E schützt nicht vor Stress, wenn Schulden bald fällig werden.
- Zinsrisiko: Variabel verzinsliche oder refinanzierte Schulden können den Zinsaufwand erhöhen.
- Covenant-Risiko: Schuldenvereinbarungen können Dividenden, Rückkäufe oder zusätzliche Kreditaufnahmen einschränken.
Häufige Irrtümer
Ein hoher D/E ist nicht automatisch gefährlich. Ein stabiler Cashflow und lange Laufzeiten können eine höhere Verschuldung tragbar machen.
Ein niedriger D/E-Wert ist nicht automatisch sicher. Ein schwacher Cashflow, kurze Laufzeiten oder außerbilanzielle Verpflichtungen können dennoch Risiken schaffen.
D/E ist kein Bewertungsmultiplikator. Es handelt sich um einen Verschuldungsindikator, der mit einer Analyse des Cashflows und der Schuldenbedingungen kombiniert werden muss.
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Quellen
- SEC (U.S. Securities and Exchange Commission, US-Wertpapieraufsicht): Einführung in den Finanzbericht und 10-K-Leseanleitung.
- American Economic Review: Grundlagenforschung zur Kapitalstruktur.