Nur zu Bildungszwecken; keine Anlageberatung. Krypto-Derivate sind gehebelte Produkte und können schnell erhebliche Verluste verursachen.
Direkte Antwort
Der Markpreis ist ein von der Handelsplattform berechneter Referenzpreis zur Bewertung offener Derivatepositionen und Anwendung von Risikoregeln. Je nach Kontrakt steuert er unrealisierte Gewinne und Verluste, Positionswert, Margin und Liquidationsprüfung. Er soll den Einfluss kurzer, illiquider oder manipulierter Geschäfte verringern.
Der Markpreis ist nicht zwingend handelbar. Der Letztpreis ist der jüngste Abschluss im Orderbuch; der Indexpreis bildet einen externen Basiswertmarkt nach eigener Methode ab; der Markpreis beginnt meist beim Index und ergänzt eine kontrollierte Schätzung von Aufschlag, Abschlag oder Funding-Basis. Realisierte Ergebnisse hängen gewöhnlich von echten Ein- und Ausstiegen oder dem festgelegten Abrechnungspreis ab, nicht von einem angenommenen Abschluss zum Markpreis.
Es gibt keine universelle Formel. Bybit, OKX, BitMEX und Deribit dokumentieren unterschiedliche Eingaben, Glättungsfenster, Mediane, Grenzen und Ersatzmodi. Auch Perpetuals, Termin-Futures, Optionen und Vorabprodukte können abweichen. Maßgeblich sind Kontraktspezifikation und aktuelle Plattformmethode.
Funktionsweise
- Basisreferenz wählen. Die Plattform bestimmt Index oder externe Referenz, Zeitstempel und Kontrakt. Indexschwächen können in den Markpreis eingehen.
- Kontraktbasis schätzen. Möglich sind abklingende Funding-Basis, Mittelwert aus Kontraktmittelpreis minus Index, Impact-Preise oder Optionsdaten. Abstrakt gilt
M_t = I_t + B_t:M_tist Markpreis,I_tIndexpreis undB_tdie definierte Basisanpassung. - Stabilisieren. Mediane, Zeitgewichtung, Klammern, Preisbänder oder Änderungslimits dämpfen Einzelabschlüsse, können echten schnellen Märkten aber hinterherlaufen.
- Ausnahmen behandeln. Fehlende oder verzerrte Indexdaten können eine andere Formel, geschützten Letztpreis, geschätzten Eröffnungspreis oder weniger unabhängigen Ersatz aktivieren.
- Risiko berechnen. Der Wert kann unrealisiertes Ergebnis, Nominalwert, Anfangs- oder Erhaltungsmargin und Liquidation aktualisieren. Dies hängt von Produkt und Margin-Modus ab.
- Ausführung trennen. Markt- und Limitorders handeln gegen verfügbare Orders. Stops können Mark-, Index- oder Letztpreis nutzen, werden aber über das Orderbuch ausgeführt.
Rechenbeispiel
- Bei einem Index von
$100,000und einer erlaubten Basis von+0.20%ergibtM_t = I_t x (1 + b_t)einen Markpreis von$100,200. - Ein dünner letzter Abschluss bei
$98,000ändert die Rechnung allein nicht. Ein Long kann Risiko und Ergebnis nahe$100,200zeigen, obwohl die Kerze$98,000ausweist. - Ein Marktverkauf schließt gegen Gebote, nicht zum Markpreis. Ein Durchschnittskurs von
$99,700bestimmt das realisierte Preisergebnis; Gebühren und Funding kommen hinzu.
Das Beispiel ist illustrativ, keine Plattformformel. Prüfen Sie Basisdaten, Takt, Grenzen, Ersatzstatus, Margin-Modus, Gebühren und Auslösepreis, bevor Sie sich auf den angezeigten Liquidationsabstand verlassen.
Risiken
- Indexrisiko: veraltete, fehlende, falsch gewichtete oder verzerrte Komponenten verschieben die Referenz.
- Basismodellrisiko: Glättung kann echte Neubewertung verzögern oder alte Aufschläge bewahren.
- Ersatzrisiko: Bei externem Datenausfall kann der eigene Letztpreis oder das Orderbuch stärker zählen.
- Liquidationsrisiko: Der Markpreis kann die Schwelle erreichen, obwohl der Letztpreischart dies nicht tut.
- Ausführungsrisiko: Der Markpreis ist keine Liquidität; Spread und Slippage können den Ausstieg verschlechtern.
- Auslöserabweichung: Ein Letztpreis-Stop kann nach einer Markpreis-Liquidation auslösen oder umgekehrt.
- Regeländerungsrisiko: Formeln, Produkte, Intervalle, Grenzen und Notverfahren können geändert werden.
- Plattform- und Hebelrisiko: Schutz beseitigt keine Ausfälle, Verwahrung, Funding-Kosten oder verstärkte Verluste.
Halten Sie Abstand zur Liquidationsschwelle, beobachten Sie Mark- und handelbare Preise und testen Sie Indexausfall, breitere Basis und dünneres Buch gleichzeitig. Eine glattere Referenz mindert einen Fehler, macht Hebelpositionen aber nicht sicher.
Häufige Irrtümer
- „Ich kann zum Markpreis schließen.“ Er ist eine Bilanz- und Risikoreferenz; ausgeführt wird gegen Orders oder nach Abrechnungsregel.
- „Mark- und Indexpreis sind gleich.“ Der Index ist meist Eingang; der Markpreis kann Basis, Funding, Glättung oder Schutz ergänzen.
- „Der Markpreis verhindert Liquidationsmanipulation.“ Er dämpft einen lokalen Abschluss, doch Eingaben, Modell und Ersatz können versagen.
- „Ohne Berührung im Chart war die Liquidation falsch.“ Der Chart kann Letztpreise zeigen, während der Kontrakt den Markpreis nutzt.
- „Alle Börsen rechnen gleich.“ Methoden und Produktregeln unterscheiden und ändern sich; lesen Sie die aktuelle Spezifikation.
Verwandte Themen
Quellen
- Mark Price (Perpetual and Expiry Contracts) - Bybit (abgerufen: 2026-08-21)
- Mark price and Last price - OKX (abgerufen: 2026-08-21)
- Fair Price Marking - BitMEX (abgerufen: 2026-08-21)
- Mark Prices - Deribit (abgerufen: 2026-08-21)